Trockenmörteladditive

Trockenmörtelzusatz

Additive für Trockenmörtel

Das Sortiment an Additiven für Trockenmörtel ist ein unverzichtbarer chemischer Hilfsstoff im modernen Bauwesen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Verarbeitbarkeit des Mörtels zu verbessern, die Haftfestigkeit zu erhöhen, die Dauerhaftigkeit zu steigern und spezielle Eigenschaften gezielt einzustellen.

Durch die Regulierung von Rheologie, Wasserrückhaltevermögen, Abbindezeit und Rissbeständigkeit tragen diese Additive wesentlich zur Steigerung der Verarbeitungseffizienz sowie der Bauqualität bei.Die Produkte eignen sich sowohl für zementbasierte als auch für gipsbasierte Anwendungen.

Wichtigste Zusatzstoffe

  1. 1
    Methylcellulose -MHEC/MHPC

    MHEC (Methylhydroxyethylcellulose) und HPMC (Hydroxypropylmethylcellulose) sind zwei äußerst wichtige nichtionische Celluloseether, die in Branchen wie Bauwesen, Pharma, Lebensmittel und Körperpflege breit eingesetzt werden.

    Sie werden hauptsächlich als Verdickungsmittel sowie zur Verbesserung des Wasserrückhaltevermögens verwendet.

    Im Bausektor zählen MHEC und HPMC zu den unverzichtbaren Schlüsseladditiven für Trockenmörtelsysteme. Obwohl ihre grundlegenden Funktionen ähnlich sind, unterscheiden sich die Auswahlkriterien je nach spezifischer Anwendung in zementgebundenen oder gipsbasierten Systemen.

    Produkttyp:

    • Methylhydroxyethylcellulose (MHEC)
    • Hydroxypropyl methylcellulose(HPMC)

    Hauptvorteile:

    • Hervorragendes Wasserrückhaltevermögen durch Filmbildung im Mörtel, wodurch Feuchtigkeit effektiv gebunden wird.
    • Deutliche Verdickungswirkung sowie präzise Steuerung der Rheologie.
    • Luftporenbildung reduziert Schwindverhalten und minimiert Trocknungsschrumpfrisse während des Erhärtungsprozesses erhe
    • Verlängerte Offenzeit für verbesserte Verarbeitung und Verlegeflexibilität.;
  2. 2
    Redispergierbare Polymerpulver

    Redispergierbares Polymerpulver wird durch Sprühtrocknung einer Polymerdispersion hergestellt. Bei Kontakt mit Wasser redispergiert das Pulver und setzt die einzelnen Polymerpartikel erneut frei.

    Nach der Trocknung bildet sich im Mörtel ein zusammenhängender Polymerfilm, der die Haftfestigkeit, Flexibilität sowie Wasserbeständigkeit des Mörtels deutlich verbessert.

    Produkttypen:

    • Vinylacetat-Ethylen-Polymere (VAE)
    • Vinylchlorid-Copolymere und Terpolymere (VC)
    • Terpolymere auf Basis von VAcE und VEOVA

    Hauptvorteile:

    • Hervorragender innerer Zusammenhalt (Kohäsion)
    • Sehr gute Haftung auf anspruchsvollen Untergründen wie Holz, Kunststoffen oder Polystyrol
    • Flexibilität kann gezielt eingestellt werden, ohne zusätzliche Weichmacher einzusetzen
    • Gute Filmbildung auch bei niedrigen Temperaturen ohne zusätzliche Koaleszenzmittel
    • Glasübergangstemperaturen (Tg) von hoch bis niedrig gezielt realisierbar
    • Alle modernen Polymerpulver werden ohne zugesetzte APEOs hergestellt.

    Unterschiedliche Typen redispergierbarer Polymerpulver eignen sich jeweils für verschiedene Mörtelsysteme und Anwendungsbereiche.

  3. 3
    Calciumformiat

    Im Bereich der Bauchemie gilt Calciumformiat als bewährter Frühfestigkeitsbeschleuniger für zementgebundene Systeme. Es handelt sich um ein weißes, kristallines Pulver mit sehr guten Fließeigenschaften und ist ein unverzichtbares funktionales Additiv in Trockenmörteln.

    Calciumformiat wurde speziell entwickelt, um den Erhärtungsprozess von Zement zu beschleunigen. Besonders bei niedrigen Temperaturen oder bei Bauprojekten mit engen Zeitvorgaben zeigt es eine hervorragende Wirkung.

    Es wird insbesondere für Fliesenkleber empfohlen, da es die Aushärtung des Klebers beschleunigt und dadurch frühere Verfugungsarbeiten ermöglicht, was die Verarbeitungseffizienz auf der Baustelle deutlich steigert.

    Hauptvorteile:

    • Verkürzung der Abbindezeit: Calciumformiat beschleunigt die Hydratation von Tricalciumsilikat (C₃S) deutlich und ermöglicht dadurch ein schnelleres Erhärten des Mörtels.
    • Steigerung der Frühfestigkeit: Innerhalb der ersten 1 bis 3 Tage nach der Anwendung erreicht Mörtel mit Calciumformiat eine deutlich höhere Festigkeit als vergleichbare Systeme ohne Zusatz, wodurch Bauzeiten verkürzt werden können.

  4. 4
    Stärkeether

    In bauchemischen Trockenmörtelsystemen ist Stärkeether ein natürlicher Polymerzusatzstoff, der durch chemische Modifikation (z. B. Hydroxypropylierung) hergestellt wird.

    Hauptfunktionen:

    • Hervorragende Standfestigkeit / Anti-Sagging-Eigenschaften: Dies ist die wichtigste Eigenschaft von Stärkeether. Er verleiht dem Mörtel einen hohen Fließgrenzwert, sodass auch dick aufgetragene Mörtelschichten oder schwere Fliesen sicher an Ort und Stelle bleiben und ein Abrutschen wirksam verhindert wird.
    • Deutlich verbesserte Verarbeitbarkeit: Stärkeether reduziert das „klebrige“ Verhalten des Mörtels und sorgt für ein geschmeidiges, leichtgängiges Aufziehen und Verteilen. Dadurch wird die Verarbeitung spürbar erleichtert und die körperliche Belastung der Anwender reduziert.
    • Synergistische Verdickungswirkung: In Kombination mit MHEC/HPMC entsteht ein ausgeprägter Synergieeffekt bei der Viskositätssteuerung. Bei gleichbleibender Konsistenz kann der Einsatz kostenintensiver Celluloseether gezielt reduziert werden, wodurch sich die Gesamtkosten der Formulierung optimieren lassen.

    Typische Anwendungen::

    • Fliesenkleber: Verhindert das Abrutschen großformatiger Fliesen an Wandflächen.
    • Putzmörtel / Wandspachtel: Verbessert die Glätte, Geschmeidigkeit und Verarbeitbarkeit bei großflächigen Anwendungen..
    • Dämmmörtel / Klebemörtel: Gewährleistet eine hohe Standfestigkeit und verhindert das Absacken bei dickschichtiger Verarbeitung.
  5. 5
    Polypropylenfasern

    Polypropylenfasern werden im Hochtemperatur-Schmelzspinnverfahren hergestellt, wobei die Faserlängen individuell an die Anforderungen unserer Kunden angepasst werden können.

    In Trockenmörtel- und Betonsystemen werden Polypropylenfasern (PP-Fasern) eingesetzt, um Rissbildung durch mechanische Verstärkung wirksam zu reduzieren. Sie verteilen sich gleichmäßig im Mörtel und bilden ein ineinandergreifendes dreidimensionales Stütznetzwerk innerhalb der Matrix.

    Warum PP-Fasern einsetzen?

    • Reduzierung plastischer Schwindrisse: In der frühen Erhärtungsphase des Mörtels führt Wasserverdunstung zu Volumenschwindung. PP-Fasern wirken dabei wie unzählige kleine Verankerungen, stabilisieren entstehende Mikrorisse und verhindern, dass sich diese zu sichtbar größeren Rissen ausweiten.
    • Deutlich erhöhte Zähigkeit: Durch die Zugabe von Fasern verändert sich das Verhalten des Mörtels von eher spröde zu deutlich widerstandsfähiger. Dadurch wird die Neigung zu Abplatzungen, Bruchschäden sowie Schäden durch Stoßbelastungen oder seismische Einwirkungen erheblich reduziert.
    •  Verbesserte wasserabweisende Eigenschaften: Durch die Verringerung von Mikrorissen werden potenzielle Eindringwege für Wasser reduziert. Dadurch verbessern sich die wasserabweisenden Eigenschaften von Wand- und Bodenflächen nachhaltig.

    Übliche Spezifikationen für PP-Fasern

    Die im Bauwesen am häufigsten eingesetzte Variante sind Monofilamentfasern, die üblicherweise in folgenden Längen erhältlich sind:

    • 3 mm – 6 mm: Für Putzmörtel und Wandspachtel geeignet.
    • 9 mm – 12 mm: Für Außenwandmörtel, Estrichmörtel und Fliesenkleber.
    • 19 mm and above:  Typischerweise für Massenbeton und konstruktive Betonanwendungen.
  6. 6
    Cellulosepulver

    Pulverförmige Cellulose wird in der Regel durch chemische Aufbereitung und mechanische Feinvermahlung natürlicher Holz- oder Pflanzenfasern hergestellt. Sie erscheint als feines weißes bis cremefarbenes faseriges Pulver.

    Im Bereich der Baustoffe ist pulverförmige Cellulose ein natürlicher, wasserunlöslicher physikalischer Zusatzstoff. Im Gegensatz zu HPMC wirkt sie im Mörtel sowohl als mikroverstärkende Faserkomponente als auch als wasserleitende Faserstruktur. Dadurch werden die Verarbeitbarkeit sowie die Rissbeständigkeit deutlich verbessert.

    Hauptfunktionen:

    • Dreidimensionale Verstärkung (Rissschutz): Im Mörtel entsteht eine miteinander verflochtene dreidimensionale Faserstruktur. Dieses physikalische Netzwerk reduziert wirksam die Schwindspannungen während des Erhärtungsprozesses und trägt dazu bei, Oberflächenrisse zu verhindern.

    • Verbesserte Thixotropie (Standfestigkeit / Anti-Sagging): Cellulosefasern weisen ausgezeichnete verdickende und viskositätssteigernde Eigenschaften auf. In Fliesenklebern oder dickschichtigen Putzsystemen verbessern sie die Standfestigkeit deutlich und sorgen dafür, dass das Material sicher an vertikalen Flächen haftet, ohne abzusacken.

    • Unterstützung des Wasserrückhaltevermögens (Kapillarwirkung): Obwohl Cellulosefasern Wasser nicht chemisch binden wie HPMC, verfügen sie aufgrund ihrer faserigen bzw. Hohlraumartige Struktur über kapillare Eigenschaften. Dadurch wird Feuchtigkeit kontrolliert an das Zementsystem abgegeben, was wie eine interne Nachbehandlung wirkt, die Offenzeit verlängert und einer vorzeitigen Hautbildung an der Oberfläche entgegenwirkt.
    • Hervorragende Verarbeitbarkeit: Sie reduziert die Klebrigkeit des Mörtels und sorgt für ein leichteres, geschmeidigeres sowie effizienteres Auftragen.

    Typische Anwendungen

    • Gips-Wandspachtel / Fugenmassen: Verhindert Rissbildung im Bereich von Fugen und Anschlüssen.
    • Fliesenkleber: Verbessert die Standfestigkeit, reduziert das Abrutschen und verlängert die Offenzeit.
    • Oberputz für Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS): Verbessert die Rissbeständigkeit sowie die Verarbeitbarkeit.
  7. 7
    Silikon-Hydrophobierungspulver

    In bauchemischen Trockenmörtelsystemen ist silan-/siloxanbasiertes Hydrophobierungspulver (Silikon-Hydrophobierungspulver, kurz Hydrophobierungspulver) ein Schlüsseladditiv zur Erzielung wasserabweisender Eigenschaften im Mörtel.

    Im Gegensatz zu herkömmlichen abdichtenden Sperrsystemen ermöglicht es eine diffusionsoffene Hydrophobierung. Dadurch kann der Mörtel Wasser abweisen und gleichzeitig Wasserdampf passieren lassen.

    Wie funktioniert es?

    • Reduzierung der Wasseraufnahme: Wenn der Mörtel mit Wasser in Kontakt kommt, bilden die Silankomponenten auf der Oberfläche der mikroskopisch feinen Poren eine äußerst dünne hydrophobe Schutzschicht. Wasser perlt in Tropfenform ab und kann nicht in die innere Struktur eindringen.
    • Erhalt der Diffusionsoffenheit:Diese Schutzschicht weist ausschließlich flüssiges Wasser ab, ohne den Durchtritt von Wasserdampf zu behindern. Dadurch kann Feuchtigkeit aus dem Inneren der Wand nach außen entweichen, wodurch Durchfeuchtung, Blasenbildung und Schäden in den darunterliegenden Schichten vermieden werden.
    • Vermeidung von Ausblühungen (weißen Ablagerungen): Durch die Reduzierung des Wassereindringens in den Mörtel wird das Risiko verringert, dass gelöste Salze mit der Feuchtigkeit an die Oberfläche transportiert werden. Dadurch werden die typischen weißen Ausblühungen an Außenwänden deutlich minimiert.
  8. 8
    Gipsverzögerer

    Im Bereich der Baustoffe sind Gipsverzögerer zentrale Additive zur Steuerung der Verarbeitungszeit gipsbasierter Produkte, wie beispielsweise Gipsputz, Wandspachtel oder Fugenmassen.

    Da Halbhydratgips (Stuckgips) bei Kontakt mit Wasser sehr schnell hydratisiert und kristallisiert – üblicherweise innerhalb weniger Minuten bis etwas mehr als zehn Minuten erhärtet – wäre ohne den Einsatz eines Verzögerers keine großflächige oder kontrollierte Verarbeitung möglich.

    Warum einen Verzögerer einsetzen?

    • Verlängerung der Offen- und Verarbeitungszeit: Die Anfangserstarrung von Gips wird von wenigen Minuten auf 60 bis 180 Minuten oder bei Bedarf noch länger verlängert. Dadurch steht ausreichend Zeit für Auftrag, Glättung und Nivellierung zur Verfügung.

    • Erhalt der Festigkeitsstabilität: Ein hochwertiger Verzögerer verzögert die Erhärtung durch gezielte Beeinflussung der Kristallisationskinetik und minimiert gleichzeitig mögliche negative Auswirkungen auf die spätere Druck- und Biegezugfestigkeit des Gipses.

    Warum Aminosäurebasierte Verzögerer wählen?

    In Gipsputzsystemen gelten aminosäurebasierte Verzögerer ausfolgenden Gründen als bevorzugte Lösung der Branche:

    • Hohe Verzögerungswirkung: Bereits sehr geringe Dosierungen reichen aus, um die gewünschte Abbindezeit zuverlässig einzustellen.
    • Hoher Festigkeitserhalt: Im Vergleich zu Zitronensäure beeinflussen aminosäurebasierte Verzögerer die Wachstumsrichtung der Gipskristalle deutlich weniger. Dadurch entsteht ein stabileres, ausgehärtetes Gipsgefüge, ohne die Endfestigkeit negativ zu beeinträchtigen.
  9. 9
    Polyvinylalkohol (PVA)

    Im Bausektor ist Polyvinylalkohol (PVA) ein vielseitig einsetzbarer wasserlöslicher Polymerwerkstoff, der vor allem wegen seiner hervorragenden Haftwirkung, Filmbildung, Schlagzähigkeit sowie seines guten Wasserrückhaltevermögens geschätzt wird. Er wird vielseitig in Trockenmörtelsystemen, Bauklebstoffen und Beschichtungen eingesetzt.

    1. Zusatzstoffe für Trockenmörtel und Wandspachtelmassen

    • Verbesserte Haftung: PVA-Pulver ist ein wichtiges Additiv in Trockenmörteln, Innen- und Außenwandspachtelmassen sowie Klebemörteln. Es erhöht die Haftfestigkeit zwischen dem Material und dem Untergrund deutlich.
    • Optimierte Verarbeitbarkeit: Die Zugabe von PVA zu Wandspachtelpulvern verbessert die Filmbildung und sorgt für eine glattere, widerstandsfähigere sowie abriebfestere Oberfläche.
    • Wasserrückhaltung und Verdickung: PVA unterstützt die gezielte Einstellung der Konsistenz des Mörtels, reduziert übermäßigen Wasserverlust und hilft dadurch, Rissbildung zu vermeiden.

    2. Bauklebstoffe und Grundierungen

    • Untergrundbehandlung: Verdünntes PVA wird häufig als Grundierung auf Beton-, Holz- oder Gipskartonoberflächen eingesetzt. Es verschließt Poren im Untergrund, reduziert eine übermäßige Saugfähigkeit nachfolgender Beschichtungen oder Mörtels und verbessert dadurch die Haftung zwischen den Schichten.
    • Bindemittel für Klebstoffe: PVA ist ein wesentlicher Rohstoff zur Herstellung von Bauklebstoffen, beispielsweise für Tapetenkleister und vergleichbare Anwendungen.
  10. 10
    Melamin-Superplastifizierer

    Melaminbasierte Superplastifizierer gehören zur Gruppe leistungsstarker anionischer Tenside. Sie zählen zu den wichtigsten Hochleistungsfließmitteln der Bauindustrie.

    Sie bieten eine stabile und gut steuerbare Wasserreduktionswirkung. Darüber hinaus führen melaminbasierte Superplastifizierer dem System nur sehr geringe Luftmengen zu, was die Herstellung hochfester und dauerhafter Bauteile unterstützt sowie die Oberflächenqualität und den Glanz von Mörtelsystemen verbessert.

    Melaminbasierte Superplastifizierer werden besonders in Spezialbaustoffen eingesetzt, bei denen hohe Anforderungen an Optik, Festigkeit und Verarbeitungsqualität gestellt werden.

  11. 11
    Pulverförmiger Polycarboxylat-Superplastifizierer

    Pulverförmiger Polycarboxylat-Superplastifizierer ist ein weißes bis hellgelbes festes Granulat, das durch Sprühtrocknung flüssiger polycarboxylatbasierter Fließmittel hergestellt wird.

    Durch gezielte Gestaltung und Modifikation der Länge sowie der Struktur der PCE-Molekülketten können unterschiedliche Produkttypen entwickelt werden, die optimal auf gips- oder zementbasierte Anwendungen abgestimmt sind.

    1. Wesentliche Vorteile

    • Außergewöhnlich hohe Wasserreduktionswirkung: Bereits bei sehr niedrigen Dosierungen (typischerweise 0,15 % bis 0,3 % des Bindemittels) kann eine Wasserreduktionsrate von 25 % bis 40 % erreicht werden. Gleichzeitig bleibt die Verarbeitbarkeit des Mörtels über einen längeren Zeitraum erhalten.
    • Umweltfreundlich: formaldehydfrei, mit emissionsarmem Herstellungsprozess; gilt als modernes und umweltverträgliches Zusatzmittel.
    • Erhöhte Dichte: Verbessert die Verdichtung von Mörtel oder Beton deutlich und steigert dadurch Wasserbeständigkeit, Frostbeständigkeit sowie die langfristige Festigkeitsentwicklung.

    2. Warum muss in Trockenmörtelsystemen die Pulverform eingesetzt werden?

    In werksseitig vorgemischten Trockenmörteln (wie Selbstverlaufsmassen, Vergussmörteln oder Fugenmörteln) können flüssige Fließmittel nicht direkt eingesetzt werden.

    Pulverförmige Polycarboxylat-Superplastifizierer verfügen über eine ausgezeichnete Löslichkeit und lassen sich gleichmäßig mit Zement, Sand sowie Zuschlagstoffen vormischen. Beim Kontakt mit Wasser lösen sie sich rasch auf und entfalten unmittelbar ihre dispergierende Wirkung.

    3. Hauptanwendungen:

    • Hochleistungs-Selbstverlaufsmassen: Zement- oder gipsbasierte selbstverlaufende Mörtelsysteme.
    • Hochfeste Vergussmörtel: Vergussmaterialien für Maschinenfundamente sowie Vergussmörtel für Bewehrungsanschlusshülsen
    • Reparatur- und Spezialmörtel: Reparaturmörtel, Abdichtungsmörtel sowie weitere funktionale Spezialmörtelsysteme.

Funktionsadditive

  1. 1
    Luftporenbildner

    Luftporenbildner sind Zusatzmittel, die während des Mischvorgangs eine große Anzahl fein verteilter, geschlossener und stabiler Luftporen in Mörtel- oder Gipssysteme einbringen.

    Warum werden sie auch häufig in Trockenmörteln eingesetzt?

    In Wandspachteln, Putzmörteln oder Fliesenklebern bieten Luftporenbildner folgende Vorteile:

    • Verbesserte Verarbeitbarkeit: Die Mischung lässt sich geschmeidig verarbeiten, haftet weniger an Werkzeugen und kann leichter verteilt sowie geglättet werden.
    • Reduzierung von Hohlstellen: Durch die Verbesserung des inneren Zusammenhalts von Mörtel oder Gips werden Schwindspannungen nach dem Erhärten reduziert und das Risiko von Hohlstellen verringert.
    • Gewichtsreduzierung: In bestimmten Formulierungen kann die gezielte Dosierung von Luftporenbildnern die Rohdichte des Materials senken und gleichzeitig die Flächenleistung bzw. Ergiebigkeit erhöhen.

     

  2. 2
    Entschäumer

    In Bauprodukten wie Selbstverlaufsmassen oder fließfähigen Mörtelsystemen entstehen während des Mischvorgangs häufig zahlreiche instabile, großvolumige und unerwünschte Luftblasen. Die Hauptaufgabe eines Entschäumers besteht darin, diese Blasen gezielt zu beseitigen, um die Dichte sowie die Oberflächenqualität des Materials sicherzustellen.

    1. Warum müssen Entschäumer in Baustoffen eingesetzt werden?

    • Steigerung der Festigkeit: Große Luftblasen können nach dem Erhärten Hohlräume hinterlassen und dadurch die Druckfestigkeit von Beton oder Mörtel deutlich reduzieren. Entschäumer verbessern die Materialverdichtung erheblich.
    • Verbesserte Oberflächenqualität: Verhindert das Auftreten von Kiesnestern, Porenstellen oder Nadelstichen auf selbstverlaufenden Bodenflächen sowie auf Sichtbetonoberflächen.

    2. Gängige Entschäumertypen für Baustoffe

    • Polyetherbasierte Entschäumer: Besonders weit verbreitet in Trockenmörtelsystemen wie Selbstverlaufsmassen. Sie sind beständig gegenüber hohen Temperaturen und stark alkalischen Bedingungen, bieten eine langanhaltende Entschäumungswirkung und hinterlassen keine öligen Rückstände.
    • Silikonbasierte Entschäumer: Sie wirken äußerst schnell und benötigen nur geringe Dosierungen zur Blasenzerstörung. Bei Überdosierung können sie jedoch die Überarbeitbarkeit sowie die Haftung von Beschichtungen oder Mörtelsystemen beeinträchtigen.

    3. Hauptanwendungsbereiche

    • Zement- und gipsbasierte Selbstverlaufsmassen
    • Hochfeste Vergussmörtel
  3. 3
    Anti-Ausblühmittel

    Anti-Ausblühmittel sind speziell entwickelte funktionale Additive, die überwiegend in zementgebundenen Baustoffsystemen eingesetzt werden.

    Sie verhindern durch einen kombinierten chemischen und physikalischen Wirkmechanismus, dass Calciumhydroxid (alkalische Bestandteile) an die Oberfläche wandert und dort Ausblühungen verursacht.


    Ausblühungen entstehen im Wesentlichen dadurch, dass Calciumhydroxid (eine alkalische Substanz) im Zement durch Feuchtigkeit an die Oberfläche transportiert wird. Dort reagiert es mit dem Kohlendioxid in der Luft zu weißen Calciumcarbonat-Kristallen, wodurch weiße Flecken auf Wänden oder Bodenfliesen entstehen.

    2. Wesentliche Vorteile:

    • Hervorragende Hemmung von Ausblühungen: Speziell darauf ausgelegt, sowohl Primärausblühungen als auch Sekundärausblühungen wirksam zu reduzieren.
    • Verbesserte Farbgleichmäßigkeit: In eingefärbten Fugenmörteln oder dekorativen Mörtelsystemen werden Farbunterschiede deutlich minimiert, wodurch ein satteres und homogeneres Oberflächenbild entsteht.
    • Ausgezeichnete Dispergierbarkeit: Als sprühgetrocknetes Pulver lässt sich das Produkt sehr gleichmäßig in Trockenmörtelsysteme einmischen und setzt seine aktiven Wirkstoffe bei Wasserkontakt schnell frei.

     

    3. Wirkungsprinzip

    • Reaktionshemmung: Das Additiv reagiert mit den Hydratationsprodukten des Zements und reduziert dadurch den Gehalt an frei verfügbarem Alkali.
    • Hydrophobe Wirkung: An den Kapillarwänden des Mörtels bildet sich eine wasserabweisende Schutzschicht, welche die Transportwege blockiert, über die Wasser alkalische Ionen nach außen befördern könnte.

    4. Empfohlene Anwendungen

    • Hochwertige eingefärbte Fugenmörtel / Dekorfugenmörtel (zementbasiert)
    • Eingefärbte Putzmörtel und dekorative Mörtelsysteme
    • Außenbeläge, Landschaftssteine sowie Kunststeinprodukte
  4. 4
    Schwindreduzierer

    Zement verringert während des Erhärtens sein Volumen; dieses Phänomen wird als Schwinden bezeichnet. Es ist eine häufige Ursache für Rissbildung, Delaminationen und Undichtigkeiten in Bauwerken.

    Schwindreduzierer (Shrinkage Reducing Agents, SRA) sind Additive, die speziell entwickelt wurden, um das Schwinden infolge von Wasserverlust wirksam zu reduzieren.

    Wirkprinzip: Reduzierung der Oberflächenspannung

    Schwindreduzierer sind in der Regel oberflächenaktive Substanzen, beispielsweise auf Polyether- oder Alkoholbasis.

    Sie dringen in das Wasser innerhalb der Kapillarporen ein und senken dessen Oberflächenspannung deutlich. Beim Verdunsten des Wassers wird dadurch die nach innen gerichtete Zugkraft auf die Kapillarwände reduziert, wodurch Trocknungsschwindverformungen erheblich minimiert werden.

    Dieses Wirkprinzip unterscheidet sich von Expansionsmitteln, die Schwinden durch Mikroexpansion kompensieren. Schwindreduzierer wirken dagegen durch die Verringerung der Zugspannungen. Die besten Ergebnisse werden häufig durch die kombinierte Anwendung beider Systeme erzielt (Doppelkompensation).

    Hauptanwendungen:

    • Ultraflache Bodenflächen und Selbstverlaufsmörtel: verhindern netzartige Rissbildungen oder Verformungen auf großflächigen Bodenbereichen.
    • Schwindfreie Vergussmörtel: Sorgen dafür, dass die Vergussschicht ohne Hohlräume dicht und kraftschlüssig am Maschinenfundament anliegt
    • Hochleistungsbeton (HPC): Eingesetzt in Bauwerken wie Brücken oder Tunneln, bei denen Dauerhaftigkeit und Risskontrolle höchste Priorität haben.
    • Reparaturmörtel: Stellen Sie sicher, dass sich die Verbundzone zwischen Alt- und Neuuntergrund nicht infolge von Schwinden ablöst.
  5. 5
    Erstarrungsbeschleuniger

    Erstarrungsbeschleuniger sind Additive, die speziell entwickelt wurden, um die Hydratationsreaktion von Zement zu beschleunigen, die Abbindezeit zu verkürzen und die Frühfestigkeit zu erhöhen.

    Bei der Formulierung von Selbstverlaufsmörteln ist die Auswahl eines geeigneten Erstarrungsbeschleunigers ein äußerst präziser Prozess, da ein sensibles Gleichgewicht zwischen ausreichender Fließ- bzw. Verarbeitungszeit und einer schnellen Erhärtung bzw. Frühe Begehbarkeit muss erreicht werden.

    Wesentliche Funktionen:

    Verkürzte Abbindezeit: Der Mörtel geht schneller vom plastischen bzw. fließfähigen Zustand in den erhärteten Zustand über, wodurch Bauabläufe beschleunigt werden.

    • Steigerung der Frühfestigkeit: Die Druckfestigkeit innerhalb der ersten 6 bis 24 Stunden wird deutlich erhöht, was nachfolgende Arbeitsschritte wie Ausschalen, Schleifen oder Begehen erleichtert.
    • Sichere Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen: In Winterbedingungen oder bei niedrigen Temperaturen, bei denen die Zementhydratation stark verlangsamt ist, unterstützt der Erstarrungsbeschleuniger die Reaktionsaktivität und reduziert das Risiko frostbedingter Schäden.

    Hauptanwendungen:

    • Selbstverlaufsmörtel: Sorgt dafür, dass die Fläche bereits 4 bis 6 Stunden nach dem Einbau begehbar ist oder am folgenden Tag mit dem Oberbelag weiterbearbeitet werden kann.
    • Reparaturmörtel: Für schnelle Instandsetzungen von Straßen, Brücken und anderen Bauwerken, bei denen die Festigkeit innerhalb weniger Stunden wiederhergestellt werden muss

    Kombination von Erstarrungsbeschleunigern und Verzögerern. In der praktischen Anwendung werden Erstarrungsbeschleuniger in der Regel in Kombination mit Verzögerern eingesetzt:

    • Verzögerer (z. B. Weinsäure, Natriummetasilikat): Sie kontrollieren die Reaktion während der ersten 20 bis 30 Minuten nach dem Anmischen und stellen sicher, dass der Mörtel ausreichend fließfähig bleibt
    • Erstarrungsbeschleuniger (z. B. Lithiumcarbonat): Sie sorgen nach Abschluss des Nivellierungsprozesses für eine schnelle Erhärtung des Mörtels.
  6. 6
    Thixotropie- und Gleitmittel

    Ein Thixotropie- und Gleitmittel ist ein multifunktionales Additiv. Es reduziert die Reibung während der Verarbeitung und erhält gleichzeitig den inneren Zusammenhalt des Mörtels. Dadurch lässt sich der Mörtel ähnlich geschmeidig wie „Creme“ verteilen, ohne am Werkzeug zu haften oder abzulaufen.

    • Funktion: Im Mörtelsystem wirken diese Additive wie mikroskopisch kleine Kugeln, die die Reibung zwischen den Zuschlagstoffen (z. B. Sand) verringern.
    • Oberflächengefühl und Konsistenz: Verleiht dem Mörtel eine besonders geschmeidige, seidige Verarbeitungscharakteristik. Insbesondere bei dickschichtigen Putzsystemen oder maschinell gespritzten Mörteln werden Förderbarkeit, Auftrag und Egalisierung deutlich verbessert.

    Warum wird es benötigt?

    • Celluloseether (HPMC): wirkt hauptsächlich über erhöhte Viskosität und Wasserrückhaltevermögen. Bei zu hoher Klebrigkeit kann das Material jedoch am Werkzeug haften und die Verarbeitung erschweren.
    • Thixotropie- und Gleitmittel: Verleiht dem Mörtel eine glatte, geschmeidige und cremige Konsistenz. Dadurch wird das Abziehen und Glätten erleichtert und ein Anhaften an der Kelle deutlich reduziert.

    Typische Anwendungen

    • Maschinenputz / maschinell verarbeiteter Mörtel: Unterstützt einen gleichmäßigen Materialfluss und eine störungsfreie maschinelle Verarbeitung.
    • Leichtputzsysteme: sorgen für eine verbesserte Einbindung und stabile Verteilung von Mörteln mit Hohlglaskugeln oder Polystyrolpartikeln.
    • Dickschichtige Wandspachtelmassen: Erhöhen die Verarbeitungsgeschwindigkeit und verbessern die Egalisierung bei großflächigen Anwendungen.
  7. 7
    Suspensionsmittel

    In Selbstverlaufsmörteln besteht die Hauptaufgabe eines Suspensionsmittels darin, Sedimentation, Entmischung sowie Oberflächenbluten wirksam zu verhindern.

    Selbstverlaufsmörtel muss eine sehr hohe Fließfähigkeit aufweisen. Da das System jedoch sowohl schwere Bestandteile wie Sand bzw. Wenn es Zuschlagstoffe sowie leichtere Pulverkomponenten wie Zement und Füllstoffe enthält, kann es ohne gezielte Stabilisierung zu Entmischungen kommen.

    Schwere Bestandteile sinken dabei nach unten, was nach dem Erhärten zu ungleichmäßigen Festigkeitseigenschaften führen kann. Gleichzeitig steigen Wasser und feinste Partikel an die Oberfläche auf, wodurch eine porige, kreidige oder festigkeitsarme Oberfläche entstehen kann.

    Kernfunktion:

    Das Suspensionsmittel bildet innerhalb des Mörtels eine sehr feine, schwach ausgeprägte dreidimensionale Netzwerkstruktur. Diese wirkt wie unzählige kleine Stützpunkte, welche Sand, Gesteinskörnungen und Pulverpartikel tragen und dafür sorgen, dass sie während des gesamten Fließvorgangs gleichmäßig verteilt bleiben.

    Warum müssen Selbstverlaufsmassen ein Suspensionsmittel enthalten?

    • Verhinderung von Sedimentation: Ohne Suspensionsmittel würden sich die Sand- und Zuschlagstoffe am Boden absetzen. Dadurch könnte die untere Schicht zu dicht und spröde werden, während die obere Schicht zu weich, kreidend und festigkeitsarm bleibt.
    • Vermeidung von Farbunterschieden / Pigmentaufschwimmen: Gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung von Pigmenten in eingefärbten Selbstverlaufsmassen und verhindert Fleckenbildungen oder unterschiedliche Farbtöne.
    • Verbesserte Ebenheit: Verhindert lokale Wasserabsonderungen sowie Poren- und Kraterbildung und sorgt nach vollständiger Aushärtung für eine besonders glatte, homogene Oberfläche
  8. 8
    Kunststoff-Expansionsmittel

    Ein Kunststoff-Expansionsmittel ist ein Additiv, das gezielt in der noch nicht erhärteten Zementpaste während der plastischen Phase wirkt.

    Seine Hauptfunktion besteht darin, in dem noch fließfähigen, schlammartigen System feine Luftporen zu erzeugen. Dadurch vergrößert sich das Volumen leicht, sodass frühes plastisches Schwinden infolge von Wasserverdunstung teilweise ausgeglichen werden kann.

    Warum ist es ein Standardbestandteil in Vergussmörteln?

    • Beim Verguss von Maschinenfundamenten oder Brückenkonstruktionen muss der Mörtel einen vollständigen Kontakt zu Stahlplatten, Ankerplatten oder Kanalwänden im oberen Bereich herstellen.
    • Herkömmlicher Mörtel: Beim Austrocknen tritt Schwinden auf, wodurch sich im oberen Bereich Hohlräume oder Spalten bilden können.
    • Mit zugesetztem Kunststoff-Expansionsmittel: Der Vergussmörtel expandiert in der plastischen Phase leicht nach oben, füllt Hohlräume vollständig aus und ermöglicht einen kraftschlüssigen Vollkontaktverguss.

    Kunststoff-Expansionsmittel vs. nacherhärtendes Expansionsmittel (UEA usw.)

    • Kunststoff-Expansionsmittel (Frühphasenwirkung): Wirkt innerhalb der ersten Stunden nach dem Anmischen und reduziert frühes plastisches Schwinden sowie Setzungserscheinungen.
    • UEA-Expansionsmittel (Spätphasenwirkung): Wirkt nach dem Erhärten über mehrere Tage oder Wochen und kompensiert Trocknungsschwinden, wodurch spätere Rissbildungen reduziert werden.
    • Die ideale Kombination: Hochleistungs-Vergussmörtel kombinieren häufig beide Systeme, um eine Volumenkompensation über den gesamten Erhärtungs- und Trocknungsprozess zu erreichen.

    Hauptanwendungen

    • Schwindfreie Vergussmörtel: Für die Montage großer Maschinenfundamente sowie den Verguss von Stahlstützen- und Stahlkonstruktionsfußpunkten.
    • Verpressung von Spannkanälen: Stellen Sie sicher, dass Vorspannkabel in Brückenkonstruktionen vollständig vom Vergussmaterial umhüllt werden, ohne Lufteinschlüsse oder Hohlräume.
    • Wand-Instandsetzung und Verstärkung: Unterstützt einen dauerhaften Verbund zwischen neu eingebrachten zementgebundenen Materialien und der bestehenden Bausubstanz.
  9. 9
    Nano-Verstärkungsadditiv

    Im Bereich der Baustoffe verändern Nano-Verstärkungsadditive die Mikrostruktur von Mörtel oder Beton grundlegend, indem sie in den Hydratationsprozess des Zements auf atomarer bzw. molekularer Ebene eingreifen. Dadurch werden Festigkeit, Dichtigkeit und Wasserbeständigkeit deutlich verbessert.

    Wirkprinzip: Warum ist der Nanobereich entscheidend?

    • Keimbildungseffekt: Nanopartikel wirken als Kristallisationskeime für Hydratationsprodukte. Sie fördern die schnelle Bildung neuer Kristallstrukturen an ihrer Oberfläche und beschleunigen dadurch die Erhärtung.
    • Fülleffekt: Sie füllen feinste Porenräume (Gelporen) zwischen den Zementpartikeln aus und blockieren potenzielle Wege für das Eindringen von Wasser.
  10. 10
    Staubbindemittel

    Staubbindemittel verfügen über ausgezeichnete staubbindende Eigenschaften. Nach gleichmäßiger Einarbeitung und Homogenisierung können sie die Staubentwicklung beim Mischen und Verarbeiten von Mörtelsystemen deutlich reduzieren und tragen so zu einer umweltfreundlicheren sowie staubarmen Anwendung bei.

    Dank ihrer speziellen Molekülstruktur ermöglichen sie eine hohe Staubreduktionswirkung, ohne die Lagerstabilität zementgebundener Materialien wesentlich zu beeinträchtigen. Gleichzeitig haben sie nur geringen Einfluss auf mechanische Kennwerte wie Druck- und Biegezugfestigkeit und können zusätzlich zur Verringerung des Schwindverhaltens beitragen.

    Das Staubbindemittel wird mit feinen Pulverkomponenten wie Sand und Zement vermischt. Nach der physikalischen Einmischung und Homogenisierung reduziert es die Staubentwicklung während der Verarbeitung und beim Anmischen des Mörtels deutlich, wodurch ein umweltfreundlicheres und staubarmes Mörtelsystem entsteht.

  11. 11
    Vorgelatinierte Stärke

    Vorgelatinierte Stärke, häufig auch als „kaltwasserlösliche Stärke“ bezeichnet, ist in Trockenmörtelsystemen des Bauwesens ein äußerst wirtschaftliches Bindemittel und Verdickungsadditiv.

    Sie wird vor allem in neutralen Spachtelmassen eingesetzt, insbesondere in Innenwandspachteln auf Basis von Talkum oder Calciumcarbonat als Füllstoffe, die weder Calciumhydroxid noch Zement enthalten

    Kernfunktion: Das kosteneffiziente Bindemittel in neutralen Spachtelmassen

    • Unterstützende Verdickung: Sie erhöht die Viskosität neutraler Spachtelmassen deutlich und verleiht dem Material eine vollere, standfestere Konsistenz.
    • Verbesserte Verarbeitbarkeit (geschmeidige Konsistenz): Sie verleiht neutralen Spachtelmassen eine besonders glatte und geschmeidige Verarbeitungscharakteristik.
    • Erhöhte Haftung: Als physikalisches Bindemittel trägt sie nach dem Trocknen zu einer gewissen Oberflächenhärte sowie zu einer verbesserten Anfangshaftung der neutralen Spachtelmasse bei.

    Warum wird sie in neutralen Spachtelmassen bevorzugt eingesetzt?

    • Säure- und alkalinität: Vorgelatinierte Stärke zeigt ihre höchste Stabilität in Systemen mit annähernd neutralem pH-Wert. In stark alkalischen Mörtelsystemen wie zement- oder calciumhydroxidhaltigen Formulierungen kann Stärke abgebaut werden oder an Wirkung verlieren. In neutralen Spachtelmassen bleibt ihre Leistungsfähigkeit hingegen besonders konstant.
    • Gute Schleifbarkeit: Spachtelmassen mit einem abgestimmten Anteil vorgelatinierter Stärke entwickeln nach vollständiger Trocknung eine ausreichende Festigkeit bei gleichzeitig moderater Flexibilität. Dadurch lassen sie sich in späteren Arbeitsschritten sehr gut schleifen
     

Empfohlene Anwendungen

  • Fliesenkleber und Fugenmörtel
  • Putz- und Beschichtungssysteme
  • Mauermörtel
  • Wandspachtel
Fliesenkleber und Fugenmörtel

Fliesenkleber und Fugenmörtel sind zwei zentrale und unverzichtbare Bestandteile moderner Fliesenverlegesysteme.

Fliesenkleber übernimmt als Verbindungsschicht die Aufgabe, Fliesen dauerhaft und sicher auf Wand- oder Bodenuntergründen zu befestigen. Fugenmörtel dient zum Verfüllen der Fugen zwischen den Fliesen, verbessert das optische Erscheinungsbild, unterstützt den Feuchteschutz und schützt die Fliesenkanten.

Das VitaPlus-Sortiment an Additiven eignet sich für unterschiedlichste Mörtelsysteme und bietet zahlreiche funktionale Lösungen zur gezielten Verbesserung der Gesamtleistung des Mörtels.

Putz- und Beschichtungssysteme

In der Trockenmörtelindustrie bezeichnet Render in der Regel Außenputze oder bodenausgleichende Unterlagsmörtel – Produkte, bei denen Additive besonders ausgewogene Leistungseigenschaften erfüllen müssen. Da diese Systeme meist in relativ dicken Schichten (typischerweise 10–25 mm) aufgetragen werden, liegen die zentralen Anforderungen in der Rissreduzierung, der hohen Standfestigkeit sowie einem langfristig stabilen Wasserrückhaltevermögen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Plaster und Render besteht im Baustoffbereich darin, dass Plaster überwiegend Gips oder Kalk als Bindemittel verwendet. Ziel ist dabei eine besonders glatte Oberfläche, feine Struktur und ein angenehmes Raumklima im Innenbereich. Render hingegen ist überwiegend zementbasiert und für Außenanwendungen mit höherer Witterungsbeständigkeit ausgelegt.

Das VitaPlus-Sortiment an Additiven eignet sich für verschiedenste Mörtelsysteme und bietet zahlreiche funktionale Lösungen zur gezielten Verbesserung der Gesamtleistung des Mörtels.

Mauermörtel

Mauermörtel ist ein Baustoff, der im Hochbau verwendet wird, um Ziegel, Natursteine oder Betonblöcke zu einem tragfähigen Gesamtgefüge zu verbinden.

Im Gegensatz zu Putzmörteln, bei denen eine gleichmäßige und glatte Oberflächenbeschaffenheit im Vordergrund steht, konzentriert sich Mauermörtel vor allem auf Haftfestigkeit, Druckfestigkeit sowie gute Verarbeitungseigenschaften während des Vermauerns.

Die Leistungs- und Festigkeitsklassen von Mauermörtel werden üblicherweise nach der Druckfestigkeit in Klassen wie M5, M7,5, M10, M15 oder M20 eingeteilt. Je höher die Klasse, desto höher ist in der Regel der Zementanteil und desto anspruchsvoller sind die Anforderungen an die Verträglichkeit und Wirksamkeit der eingesetzten Additive.

Wandspachtel

Wandspachtel ist ein zentraler Werkstoff zur Egalisierung von Wandflächen im Innenausbau und in der Gebäudedekoration. Er dient als Zwischenschicht zwischen dem Unterputz bzw. Grundputz und dem abschließenden Anstrich oder Beschichtungssystem.

Seine Hauptfunktionen bestehen darin, Unebenheiten des Untergrunds auszugleichen, eine besonders glatte Oberfläche zu schaffen und die Haftung nachfolgender Farbanstriche oder Beschichtungen zu verbessern.

In der Trockenmörtelindustrie liegt der Schwerpunkt bei Wandspachtelmassen auf Verarbeitbarkeit, Wasserrückhaltevermögen, Oberflächenhärte sowie guter Schleifbarkeit. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die eingesetzten Additive, da andernfalls Probleme wie Kreidung, unzureichende Festigkeit oder mangelhafte Verarbeitung auftreten können.

Das VitaPlus Sortiment an Additiven eignet sich für unterschiedlichste Mörtelsysteme und bietet zahlreiche funktionale Lösungen zur gezielten Verbesserung der Gesamtleistung des Mörtels.

  • Selbstverlaufende Bodenausgleichsmassen
  • EIFS/ETICS Systems
  • Abdichtungsmörtel
  • Reparaturmörtel
Selbstverlaufende Bodenausgleichsmassen

Selbstverlaufsmörtel zählt zu den technisch anspruchsvollsten Produkten im Bereich der Trockenmörtelsysteme. Unter Einwirkung der Schwerkraft nivelliert sich das Material selbstständig und bildet einen besonders glatten, harten und dichten Untergrund.

Typischerweise wird es als Ausgleichsschicht für Vinylbeläge, Holzfußböden oder Epoxidharzsysteme eingesetzt.

Bei der Formulierung von Selbstverlaufsmörteln ist das ausgewogene Verhältnis zwischen Fließfähigkeit und Stabilität entscheidend, um Entmischung, Sedimentation oder Wasserabsonderung zu vermeiden.

Hochleistungsadditive sind ein wesentlicher Schlüssel zur Herstellung hochwertiger Selbstverlaufssysteme. Das VitaPlus-Sortiment an Additiven eignet sich für unterschiedlichste Mörtelsysteme und bietet zahlreiche funktionale Lösungen zur gezielten Verbesserung der Gesamtleistung des Mörtels.

EIFS/ETICS Systems

Im Bereich der Wärmedämmtechnik bezeichnet EIFS bzw. ETICS ein Wärmedämm-Verbundsystem für Außenwände. Dieses System besteht aus mehreren funktionalen Mörtelschichten, deren Hauptaufgabe darin besteht, Dämmplatten (z. B. EPS oder XPS) sicher mit dem Untergrund zu verbinden und sie vor mechanischen Belastungen sowie Witterungseinflüssen wie Schlagregen zu schützen.

Innerhalb eines EIFS-/ETICS-Systems kommen hauptsächlich zwei Mörteltypen zum Einsatz: Klebemörtel und Oberputz- bzw. Armierungsmörtel.

1.Klebemörtel

Es wird verwendet, um Dämmplatten (EPS, XPS, Steinwolle usw.) dauerhaft mit dem Untergrund wie Mauerwerk oder Beton zu verkleben.

2. Oberputz- / Armierungsmörtel (Base Coat)

Wird auf der Außenseite der Dämmplatten aufgetragen, wobei ein Glasfasergewebe zur Verstärkung in die Mörtelschicht eingebettet

Abdichtungsmörtel

Abdichtungsmörtel ist ein zentraler Baustoff zur Abdichtung von Kellern, Wassertanks, Küchen, Bädern sowie Außenwänden.

In Trockenmörtelformulierungen wird die Leistungsfähigkeit von Abdichtungsmörteln im Wesentlichen durch das Zusammenspiel von hoher Dichte und hydrophoben Eigenschaften bestimmt.

Wesentliche Additive

  • Hydrophobierungsmittel: Verleiht dem gesamten Mörtelsystem wasserabweisende Eigenschaften. Im Gegensatz zu oberflächlichen Beschichtungen wirkt dieses Pulver im gesamten Gefüge des Mörtels, sodass die Abdichtungswirkung auch bei oberflächlichem Abrieb erhalten bleibt.
  • Redispergierbares Polymerpulver: Sorgt für erhöhte Flexibilität. Ist die Abdichtungsschicht zu spröde, können bei Verformungen des Untergrunds Risse entstehen, durch die Wasser eindringt. Das Polymerpulver bildet einen Film, verschließt Kapillarporen und verbessert die Widerstandsfähigkeit gegen Wasserdurchdringung.
  • Celluloseether (HPMC/MHEC): Sorgt dafür, dass der Mörtel während der Verarbeitung nicht zu schnell Wasser verliert. Bei vorzeitigem Wasserentzug kann der Zement nicht vollständig hydratisieren, wodurch ein poröses, festigkeitsschwaches Gefüge entsteht und potenzielle Wege für Wassereindringung gebildet
Reparaturmörtel

Reparaturmörtel ist ein speziell entwickelter Baustoff zur Instandsetzung von Schäden an Betonbauteilen, wie Rissen, Abplatzungen, freiliegender Bewehrung oder Kiesnestern.

Die drei entscheidenden Leistungsmerkmale von Reparaturmörtel.

  1. Hervorragende Haftfestigkeit: Der Mörtel muss auch auf gealterten, glatten oder leicht staubigen Untergründen sicher haften und einen dauerhaften Verbund herstellen.
  2. Geringes Schwindverhalten: Reparaturen erfolgen häufig in lokal begrenzten Schadstellen. Bei starkem Schwinden während der Trocknung entstehen schnell randseitige Ringrisse, wodurch die Instandsetzung beeinträchtigt wird.
  3. Frühfestigkeit und hohe Endfestigkeit: Viele Reparaturmaßnahmen, beispielsweise an Straßen oder Brücken, erfordern eine schnelle Wiederfreigabe innerhalb weniger Stunden. Daher sind sehr hohe Anforderungen an die Frühfestigkeit erforderlich.
Nicht die passende Antwort gefunden? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Für weitere Informationen zu unseren Additiven und Lösungen für die Bau- und Baustoffindustrie kontaktieren Sie bitte unsere Experten. Mit unserem Fachwissen und unserer langjährigen Erfahrung unterstützen wir Sie dabei, die passenden Antworten und Produkte für Ihre Anforderungen zu finden.